Freitag, 01. Juli 2022
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Erfolgreicher Atemschutzlehrgang in Alsfeld

Vogelsbergkreis (pw). Hinter Gitter gingen am Samstagmorgen Feuerwehrleute aus Alsfeld, Schwalmtal, Grebenhain, Lautertal, Mücke, Gemünden, Ulrichstein, Homberg, Schotten, Kirtorf, Grebenau und Feldatal. Der „gesiebten Luft“ zum Trotz meisterten sie allesamt ihre Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger, denn zum praktischen Teil der Prüfung gehörte ein Gang

durch den eisernen Käfig der Atemschutzübungsanlage des Vogelsbergkreises. Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr sind nicht nur an einem roten Punkt auf ihrem Helm, sondern auch an ihren gelben Atemluftflaschen und astronautenähnlichen Masken zu erkennen. Sie sind bei einem Feuer die Spitze des Eisbergs zur Brandbekämpfung. Mit ihrem Atemluftvorrat von rund 1.600 Litern auf dem Rücken kann diese „Spezies“ von Feuerwehrleuten giftigem Brandrauch trotzen und durch ihre Feuerschutzkleidung in gewissen Maßen auch den Flammen des Feuers Stand halten. Bei Temperaturen von bis zu 60 Grad Celsius krochen die angehenden Atemschutzgeräteträger am Samstag auf dem Prüfparcours der Atemschutzübungsanlage durch den Nebel der Dunkelheit. Hitze, Lärm und der künstliche Rauch verlangten den mit 20 Kilogramm Ausrüstung beladenen „Atemschutzjungfern“ einiges ab, doch am Ende bestanden alle bravourös.

Ständige und unsichtbare Begleiter der Prüflinge waren an diesem Morgen Wolfgang Tomalla und Tamara Eilts vom Team der Atemschutzübungsanlage. Sie verfolgten die Feuerwehrleute auf dem Parcours mit Klick und Tipp an ihren Bildschirmen. Über Video- und Wärmebildkameras konnten sie das Verhalten der frisch backenden Atemschutzgeräteträger verfolgen, die sich ungeahnt mit den allerhand Raffinessen der Übungsanlage konfrontiert sahen. Nicht nur der Kriechgang über die Übungsstrecke mit engen Türen, Röhren und Hindernissen, sondern auch die Fitnessgeräte wie Laufband oder Trimmrad stellten sich als schweißtreibende Aufgaben heraus. Bei dem rund zehnminütigen Hitzetrip auf dem Parcours mussten die Brandschützer je eine Belastung von 80 Kilojoule erbringen, das entspricht dem Energiegehalt eines ganzen Stücks Schokolade.

Bis zur Prüfung war es für die Feuerwehrleute in den vergangenen Wochen ein harter Weg. Eine umfassende ärztliche Untersuchung, Unterrichtseinheiten, zahlreiche praktische Übungen und reichlich Lernstoff mussten sie in ihrer Freizeit einplanen. Der prall gefüllte Lehrplan umfasste Themen wie Schlauchmanagment, Strahlrohrführung oder Atemphysiologie, aber auch rechtliche Grundlagen. All diese Themen fanden dann am Samstagmittag auch Berücksichtigung in dem mit dutzenden Fragen gespickten schriftlichen Teil der Prüfung. Nicht nur die Feuerwehrschüler, sondern auch deren Ausbilder kitzelte es dort an den Nerven, denn die Fragen wurden von der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel gestellt. „Da zeigt sich, wie gut unsere Ausbilder den Stoff vermitteln“, erklärte Lehrgangsleiter Michael Eilts zuversichtlich vor dem Test. Seine Zuversicht enttäuschten die Prüflinge nicht, sie beantworteten die Fragen durchweg richtig und erhielten im Anschluss aus den Händen von Ralf Braun ihre Zertifikate.

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