Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld-Liederbach

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Liederbach (pw). Der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Liederbach soll ein eingetragener Verein werden. Mit einem einstimmigen Beschluss stimmten die Mitglieder am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus für die Eintragung in das Vereinsregister und eine neue gemeinnützige Vereinssatzung.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hatte Rechnungsführer Artur Schnitzer die Vorzüge und Notwendigkeit des Schrittes erläutert. „Die alte Satzung war ein wenig in die Jahre gekommen“, so Schnitzer. Durch die neue Statute wurde eine Neuwahl des Gesamtvorstandes nötig. Zum ersten Vorsitzenden wurde Andreas Riffer mit Stellvertretung von Marcus Weiß einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig wiedergewählt wurden der Rechungsführer Artur Schnitzer, Schriftführer Peter Hett und die Beisitzer Michael Engelhard, Frank Rogalla sowie Jürgen Engelhard. Komplementiert wird der neue Vorstand mit dem stellvertretenden Wehrführer Mike Momberger, Gerätewart Jan Rohrmann und Ehren- und Altersabteilungsleiter Ernst Peter Walter. Zu Kassenprüfern wurden Peter Bittner, Daniel Vitt und Kay Rogalla ernannt

Der Vereinsvorsitzende und Wehrführer Andreas Riffer ließ das vergangene Jahr ausgiebig Revue passieren. Bei siebzehn Einsätzen waren die Liederbacher Feuerwehrleute 195 Stunden lang gefragt. Von der Tragehilfe im eigenen Ort bis zum Löscheinsatz nach einer Explosion in Altenburg reichte die Alarmpalette. Eine besondere Herausforderung stellte ein Unwettereinsatz im Juli des vergangenen Jahres dar, bei dem zahlreiche Keller überflutet wurden. „So hoch über die Ufer ist der Liederbach noch nie getreten“, blickte Riffer zurück. Bei zwei Bränden in der Alsfelder Altstadt standen die Männer und Frauen der Feuerwehr Liederbach in Bereitschaft. Insgesamt 1817 ehrenamtliche Stunden wurden von den Brandschützern Liederbachs geleistet, darunter 626 Stunden für Ausbildungen und 218 Stunden für Lehrgänge. An vierzehn Terminen trafen sich die Feuerwehrleute zu Übungen, an weiteren dreizehn Terminen zu Unterrichten. Der Feuerwehrverein verfügt über 139 Mitglieder, darunter 18 aktive Feuerwehrleute, ein Jugendfeuerwehrmitglied und 33 Mitglieder in der Ehren- und Altersabteilung. Nicht nur für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe, sondern auch für die Gemeinschaft im Ort zeigte sich die Freiwillige Feuerwehr Liederbach im vergangenen Jahr aktiv. So wurde ein Maibaum aufgestellt und ein Sonnenwendfeuer entfacht. Bei dem ersten Liederbacher Weihnachtsmarkt waren die Feuerwehrleute mit von der Partie. Eine besondere Bedeutung sprach Andreas Riffer dem Dorfgemeinschaftshaus für Liederbach zu: „Ohne DGH würde es viele Veranstaltungen nicht mehr geben“. Ein Augenmerk legte der Vereinsvorsitzende auf die freundschaftlichen Besuche zu den Partnerfeuerwehren in Eschede und Eschborn. Mit Humor stellte Riffer fest, dass das Gerätehaus der Feuerwehr nach wie vor ohne Wasseranschluss und Heizung ist.

Jugendfeuerwehrwart Michael Engelhard informierte in seinem Jahresbericht, dass die aktive Jugendarbeit eingestellt werden musste. „Ich bin beruflich eingebunden und es hat sich leider hat kein zweiter Jugendfeuerwehrwart gefunden“, schilderte Engelhard zur Ursache. Die Jugendfeuerwehr verfügt derzeit nur noch über ein Mitglied, nachdem zwei Mitglieder in die Einsatzabteilung übergegangen sind. Mit den ursprünglich drei Jugendfeuerwehrmitgliedern traf sich Engelhard zu acht Übungsstunden. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung wurden auch gesellige Aktionen wie eine Sammlung von Weihnachtsbäumen durchgeführt.

Ehren- und Altersabteilungsleiter Ernst Peter Walter resümierte die Unternehmungen der Feuerwehrsenioren. So wurde mit dem Frauenkreis ein Tagesausflug nach Schotten unternommen und ein adventliches Beisammensein mit einer Tombola gefeiert. Regelmäßig fanden auch Stammtischtreffen der Ehren- und Altersabteilung statt, das nächste Treffen findet an Aschermittwoch mit einem Heringsessen statt.  

Zahlreiche Grußworte

Erster Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer hob in einem Grußwort das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute und die Entbehrung ihrer Angehörigen hervor. „Die Ehefrauen, Verlobten und Freundinnen der Feuerwehrmänner und natürlich der männliche Teil bei den Feuerwehrfrauen müssen oft Opfer bringen“, so Pfeiffer. Im Hinblick auf die Freistellung von Feuerwehrleuten dankte der Stadtrat den Arbeitgebern, besonders des Mittelstandes. „Eine Berufsfeuerwehr wäre unbezahlbar, wir sind auf die Freiwilligen angewiesen“, so Pfeiffer. Im Hinblick auf den Neubau der Feuerwache in Alsfeld teilte der Stadtrat mit, dass im März die Auftragsvergabe starte und für April der Baubeginn geplant sei. „Ich stehe voll hinter dem Projekt“, so Pfeiffer. Laut seinen Angaben ist der Bau der Feuerwache wohl die größte Investitionsmaßnahme in der Geschichte der Stadt Alsfeld.  

Stadtbrandinspektor Michael Eilts berichtete in seinem Grußwort vom Feuerwehrgeschehen im Alsfelder Stadtgebiet, er unterstrich dabei eine gute Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk. „Das ganze Jahr war an Unmengen von Einsätzen geprägt“, fasste Eilts die 30.768 ehrenamtlich geleisteten Stunden der Feuerwehrleute Alsfelds zusammen. Die Liederbacher Feuerwehrleute ermunterte er zu mehr Übungsdiensten. „Das ist Euer Pfund für die Waagschale“, so Eilts. Im Hinblick auf die Einstellung der aktiven Jugendarbeit mahnte Eilts vor Mitgliederschwund. „Die Jugendfeuerwehren sichern die Zukunft der Feuerwehren“, so der Stadtbrandinspektor. Alsfelds Wehrführer Carsten Schmidt dankte den Liederbacher Feuerwehrleuten für ihre Unterstützung im Einsatz. „Ihr seid ein fester Bestandteil im Abschnitt Mitte“, so Schmidt.

Ortsvorsteher Ernst Peter Walter wertschätzte die Brandschützer in einem Grußwort: „Wir brauchen die Feuerwehr im Ort“. Besonders erfreut zeigte sich Walter von den jeweils rund 25-jährigen Patenschaften mit den Feuerwehren Eschborn und Eschede. Ehrenortsvorsteher Herbert Decher dankte der Freiwilligen Feuerwehr Liederbach für ihr Engagement im Ort. Dominik Zutz, der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins, sprach in seinem Grußwort von einer guten Zusammenarbeit der Vereine in Liederbach.

Jens Peters, der stellvertretende Ortsbrandmeister von Eschede, bekräftigte in seinem Grußwort die Partnerschaft der Feuerwehren. Er berichtete von 62 aktiven Feuerwehren und 46 Nachwuchsbrandschützern in seiner Heimatfeuerwehr, die im kommenden Jahr einen Anbau oder Neubau für ihre Feuerwache erwartet. Er kündigte eine Aktionswoche vom 10. bis 15. August zur Erinnerung an die Waldbrandkatastrophe von 1975 an, bei der Alsfelder Feuerwehrleute halfen. Der Eschborner Wehrführer Frank Christian dankte für die Partnerschaft der Feuerwehren, er berichtete von 330 Einsätzen seiner 60 Kameraden im vergangenen Jahr.  

 Ehrungen und Beförderungen

Jan Rohrmann wurde vom Feuerwehrmannanwärter zum Feuerwehrmann befördert und zum Gerätewart der Feuerwehr ernannt. Der stellvertretende Wehrführer Mike Momberger erhielt die Beförderung zum Oberfeuerwehrmann. Oberfeuerwehrmann Kay Rogalla wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Für 65-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Friedrich Georg geehrt. Weitere Ehrungen erhielten Erhard Giessl und Johann Peter Weiß für 50-jährige Mitgliedschaft, Friedhelm Beck für 40-jährige Mitgliedschaft und Frank Rogalla für 25-jährige Mitgliedschaft. Großen Dank und die besten Genesungswünsche richtete der Feuerwehrvorsitzende an den Gastwirt Ulrich Roth. „Über viele Jahre haben wir seine Unterstützung genossen“, so Riffer.