Vier neue Feuerwehrleute in der Einsatzabteilung

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LEUSEL (pw). Die Wahl des Vorstandes stand am Freitagabend im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Alsfelder Stadtteil Leusel. Zum ersten Vorsitzenden wurde Bastian Heiser einstimmig wiedergewählt. Zum neuen Stellvertreter wurde Ralf Lämmer gewählt, er löst nach 29 Jahren Mario Baumann ab. Ebenfalls neu in das Amt gewählt wurde Rechnerin Laura Krämer, sie tritt nach 20 Jahren die Nachfolge von Horst Eichenauer an. Zum Schriftführer wurde Manuel Heiser, zu Beisitzern wurden Michael D’Onghia, Carina Krämer sowie Maximilian Przybilla gewählt. Die Wahl in das Amt der Kassenprüfer entschieden Sebastian Kristen und Frank Pittich für sich. Die nach langjähriger Arbeit ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Baumann und Eichenauer wurden von der Versammlung in der Mehrzweckhalle mit Urkunden und Präsenten geehrt.

Der alte und neue Vorsitzende resümierte ein aktives Jahr für den 161-köpfigen Feuerwehrverein. Das Spritzenhausfest mit einem Tag der offenen Tür wurde von ihm besonders hervorgehoben, da an diesem Tag drei neue Mitglieder geworben werden konnten. Großes Lob richtete Heiser an Rainer Hedrich und Richard Weicker für ihr Engagement in der Ehren- und Altersabteilung. Die 28 Mann starke Abteilung traf sich im Vorjahr monatlich zu einem Stammtisch und im Dezember zu einem Adventskaffee.

Wehrführer Manuel Heiser informierte die Versammlung über die vorjährigen Aktivitäten der Einsatzabteilung, die vier neue Mitglieder verzeichnen konnte. „Wir sind ein Teil der Feuerwehr der Stadt Alsfeld und wollen auch zu deren Herausforderungen der Zukunft unseren verlässlichen Beitrag leisten können“, so Heiser. Die 32 Feuerwehrleute wurden zu fünf technischen Hilfeleistungen alarmiert, darunter ein tödlicher Verkehrsunfall, eine Unterstützung der Luftrettung sowie eine größere Ölspur durch den Ort. Bei insgesamt 24 Übungsdiensten trainierten die Brandschützer ihre Einsatzfähigkeit. Er hob zwei Ausbildungstage hervor, bei denen Löschangriffe und Hilfeleistungen geübt wurden. Bei beiden Ausbildungen wurde jeweils ein Einsatzfahrzeug aus der Alsfelder Kernstadt zur Verfügung gestellt. Am 29. April und am 23. September sind die nächsten Ausbildungstage geplant. Vier Lehrgänge wurden von Leusels Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern an der Landesfeuerwehrschule besucht. Insgesamt wurden 1277 ehrenamtliche Stunden geleistet, die sich auf 68 Einsatzstunden, 899 Ausbildungsstunden, 98 Gerätewartungsstunden und 212 sonstige Stunden gliederten. Für die Gerätewartung dankte der Wehrführer dem Gerätewart Ottmar Schmidt sowie seinen Helfern Michael D´Onghia und Maximilian Przybilla außerordentlich: „Ohne diese Arbeit wären wir bei der Instandhaltung unseres Equipments oft aufgeschmissen“.

Die Jugendfeuerwehr in Leusel verfügt nach wie vor über keine Mitglieder. „Diesem Thema müssen wir verstärkt unsere Aufmerksamkeit widmen, denn die Jugendfeuerwehr ist die Keimzelle für künftige Einsatzkräfte“, so der Wehrführer. Aus seiner Sicht gibt es im Dorf ein Potential an jungen Leuten, es erfordere jedoch die Kraft der gesamten Dorfgemeinschaft zu deren Motivation. Zur Geselligkeit in der Einsatzabteilung informierte der Wehrführer, dass einige Veranstaltungen durchgeführt wurden. So gab es ein traditionelles Eieressen zu Ostern, einen gemeinsamen Grillabend mit Lebenspartnern und Besuche bei befreundeten Feuerwehren. Für dieses Jahr ist am 19. August das Spritzenhausfest mit dem 85-jährigen Bestehen der Wehr geplant. Dem Bericht von Kassenverwalter Horst Eichenauer war zu entnehmen, dass der Feuerwehrverein die Einsatzabteilung mit rund 700 Euro für Schutzausrüstungen und die Instandhaltung des Gerätehauses unterstützte.

Auch einige Ehrungen und Beförderungen gab es im Rahmen der Versammlung. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Timo Frank und Thomas Weil geehrt. Eine Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft erhielt Dieter Haupt. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Gerhard Schönhals geehrt, die Ehrung für 60-jährige Mitgliedschaft erhielt Otto Krämer. Zur Feuerwehrfrau-Anwärterin wurde  Careen Faber befördert, die Beförderung zu Feuerwehrmann-Anwärtern erhielten Christoph Adler, Sebastian Kristen und Meik Wenzel. Für die meisten Dienstbesuche wurden Laura Krämer und Michael Zielenbach ausgezeichnet.

Bürgermeister Stephan Paule sprach den Feuerwehrleuten Dank und Anerkennung aus. Der Dienst von 30 Brandschützern dokumentiere das tatsächliche Engagement für den Ort sowie die gesamte Stadt. „Das Engagement beginnt nicht, wenn das Auto überschlagen, der Baum auf der Straße oder das Haus in Flammen steht, sondern in der Zeit, wenn sich darauf vorbereitet wird“, so Paule. Für das Jahr 2017 warf der Bürgermeister einen ereignisreichen Vorausblick. Im April soll der Umzug in die neue Alsfelder Feuerwache starten, im gleichen Monat steht die Wahl für einen neuen Stadtbrandinspektor an. Wie Stephan Paule informierte, wurde jüngst im Rahmen einer Wehrführerdienstversammlung ein Wahlvorschlag gefasst. So soll es künftig mit Daniel Schäfer einen Stadtbrandinspektoren und mit Carsten Schmidt sowie Kevin Planz zwei Stellvertreter geben. Ortsvorsteher Ralf Lämmer dankte seinen Kameraden in einem Grußwort. Er sprach von einem Ehrenamt, dass er selbst lebt und liebt. Umso deutlicher wurde sein Appell, die Jugendfeuerwehr im Ort zu reaktivieren. Durchaus kritisch sah er die Zukunft des Löschbezirks mit den umliegenden Einsatzabteilungen, deren Mitglieder er bei gemeinsamen Ausbildungen und Übungen vermisste.

Alsfelds Vizestadtbrandinspektor Carsten Schmidt sprach in seinem Grußwort von einer guten Aufstellung der Leuseler Feuerwehrleute, er lobte insbesondere die gute Öffentlichkeitsarbeit und deren Erfolge in der Mitgliedergewinnung. „Ihr macht etwas für und mit dem Dorf“, so Schmidt. Er sprach von beachtlichen Dienststunden und einem großen Engagement der Leuseler im Bereich einer Spezialeinheit für Gefahrguteinsätze (Dekon-P). Auf Stadtebene informierte er über 353 Feuerwehrleute, 52 Feuerwehrmusiker, 55 Feuerwehrjugendliche und 40 Feuerwehrkinder. „Vor 15 Jahren hatten wir noch über 200 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr, heute  nur noch ein Viertel davon“, mahnte Schmidt zur Situation in der Jugendarbeit. Zu den 229 Einsätzen mit über 3.000 Personalstunden für Alsfelds Feuerwehrleute im Jahr 2016 hob der Vizestadtbrandinspektor hervor: „Am schlimmsten war es, wenn wir nicht mehr helfen konnten“. So gab es vier Tote bei Bränden und Verkehrsunfällen. Für den Ortsteil Eifa kündigte Schmidt noch in diesem Jahr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank an, in Alsfelds Kernstadt sollen ein neuer Einsatzleitwagen und ein neuer Mannschaftstransportwagen angeschafft werden. Die digitale Alarmierung über sogenannte Pager soll erst Ende nächsten Jahres erfolgen. Im Hinblick auf den Umzug in die neue Wache sagte Schmidt: „Wir können uns keine Minute Ausfallzeit erlauben“. Es werde alles unternommen, dass die Feuerwehr während des Umzuges komplett einsatzbereit sei. Daniel Schäfer, der derzeitige Vizewehrführer der Alsfelder Kernstadtfeuerwehr, dankte in einer kurzen Ansprache für die gute Zusammenarbeit. „Die Einsatzabteilung und der Feuerwehrverein in Leusel funktionieren“, so Schäfer. Er unterstrich, dass die Kernstadtwehr gerne Einsatzfahrzeuge für Ausbildungszwecke zur Verfügung stellt.

 

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