Zwei Dörfer stemmen eine Feuerwehr

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Elbenrod (pw). Neben der Beförderung von Sven Merkel zum Oberfeuerwehrmann stand eine Rede des scheidenden Ersten Stadtrates Jürgen Udo Pfeiffer im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Elbenröder Feuerwehrvereins.

Der Verein unterstützt neben dem Hattendörfer Feuerwehrverein die gemeinsame Feuerwehreinsatzabteilung der Alsfelder Ortsteile Elbenrod und Hattendorf.

Erster Stadtrat Pfeiffer dankte den Frauen und Männern der Feuerwehr für ihr Engagement. Er hob hervor, dass die Verbindung und die Zusammenarbeit der Feuerwehrleute in den beiden Ortsteilen funktioniere. Er bezeichnete den Zusammenschluss der Einsatzabteilungen als eine Win-win-Situation, von der auch die Stadt Alsfeld profitiere. Er resümierte für die Feuerwehr der Stadt Alsfeld kein ruhiges Jahr, auch wenn in den zusammengeschlossenen Ortsteilen nur ein Einsatz verzeichnet wurde. „Ich habe erlebt, was es bedeutet, wenn ein Haus brennt“, leitete Pfeiffer zur Leistung der Feuerwehrleute ein. Aus seiner Sicht werde selten gesehen, was Feuerwehren im Brandfall leisten müssen. „Man sieht nur die Bilder von den Bränden wie in Eifa oder in der Alsfelder Untergasse“, so der Erste Stadtrat. Aus seiner Sicht könnten sich jedoch Außenstehende nicht vorstellen, zu was die Brandschützer in solch einer Situation verpflichtet sind und was sie leisten. „Die freiwilligen Feuerwehrleute müssen in das brennende Haus gehen“, so Pfeiffer. Aus seiner Sicht werde dabei das eigene Leben riskiert und das verdiene höchstes Lob. Die Stadt Alsfeld sei daher verpflichtet, dass die Feuerwehrleute gut ausgebildet werden und die entsprechende Ausrüstung erhalten. „Man muss als Feuerwehrmann gut ausgebildet sein“, hob Pfeiffer aber auch zum Engagement auf der Seite der Ehrenamtlichen hervor. Dass dies in Elbenrod und Hattendorf der Fall sei, entnahm der Erste Stadtrat der Statistik der Einsatzabteilung. „Wenn andere am Wochenende ihrem Hobby nachgehen oder die Füße hochlegen, bilden sich die Feuerwehrleute weiter“, so Pfeiffer. Er hob dazu hervor, dass man niemanden etwas ohne die richtige Ausrüstung zumuten könne. „Mit einem Gartenschlauch kann man keinen Brand löschen“, so der Stadtrat. Im Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr der Stadt Alsfeld seien die Investitionen für die kommenden Jahre aufgeschrieben. „Einsatzfahrzeuge müssen so untergebracht sein, dass sie zu jeder Minute ausrücken können“, verdeutlichte er. Für die Ortsteile Elbenrod und Hattendorf sei in absehbarer Zeit ein neues gemeinsames Gerätehaus in Sicht.

Vizewehrführer Georg Kalbfleisch informierte die Versammlung mit einem Bericht über die 28-köpfige Einsatzabteilung, die derzeit über 15 Atemschutzgeräteträger verfügt. Die Feuerwehrleute verzeichneten im Jahr 2015 einen Einsatz, dabei handelte es sich um eine brennende Gasflasche. Bei einer realitätsnahen Übung trainierten die Brandschützer die Rettung von Brandopfern aus einem Wohnhaus. Neben zwanzig regulären Übungsdiensten wurden acht Sonderausbildungen und zwei Arbeitseinsätze durchgeführt. Auf Kreisebene wurden vier Lehrgänge und auf Landesebene ein Lehrgang absolviert. An zwei Hochzeiten wurde Spalier gestanden. Insgesamt leisten die Feuerwehrleute aus Hattendorf und Elbenrod 819 ehrenamtliche Stunden, die sich in neun Einsatzstunden, 485 Ausbildungsstunden, 87 Stunden für Gerätewartungen und 239 sonstige Stunden gliederten.

Martin Lang resümierte der Versammlung die Aktivitäten des Feuerwehrvereins als Vorsitzender. Dazu zählten im Winter das Stellen eines Weihnachtsbaumes auf dem Dorfplatz und das Einsammeln von ausgedienten Weihnachtsbäumen, im Frühjahr der fleißige Putz um das Gerätehaus sowie Mäharbeiten im Ort und im Sommer der Besuch des Festes der Kameraden in Eudorf. Er schlug eine gemeinsame Jahreshauptversammlung der beiden Feuerwehrvereine aus Elbenrod und Hattendorf vor: „So könnten wir noch mehr zusammenwachsen“. Er könnte sich eine Jahreshauptversammlung im jährlichen Wechsel in den beiden Dörfern vorstellen. Wie er informierte, werde derzeit in den Vorständen der Feuerwehrvereine von Hattendorf und Elbenrod über die gemeinsame Finanzierung eines Mannschaftstransportwagens diskutiert. Dem Kassenbericht von Rechner Joachim Bühler war zu entnehmen, dass der Elbenröder Feuerwehrverein die gemeinsame Einsatzabteilung mit über 1.200 Euro unterstützte. Zum neuen Kassenprüfer wurde Sven Merkel gewählt.

Stadtbrandinspektor Michael Eilts reflektierte in seinem Grußwort das Alsfelder Feuerwehrgeschehen. Er griff neben den über 260 Alarmen und 25.000 Dienststunden der freiwilligen Feuerwehrleute besonders den Einsatz für Flüchtlinge auf. So seien über vierzehn Tage insgesamt 75 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. Zu den Tätigkeiten dieser Feuerwehrleute griff er die Beschaffung von Babynahrung auf. Laut Eilts habe sich dies schwierig gestaltet, da in Deutschland Babynahrung durch eine hohe Nachfrage aus Asien nur in begrenzten Mengen verkauft werde. Über eine Stunde habe man mit dem Zentrallager einer Drogerie verhandelt, um die Nahrung zu bekommen. Dass die Flüchtlinge in Alsfeld an einem Wochenende eintrafen, sah der Stadtbrandinspektor in der Verfügbarkeit von Freiwilligen begründet. „Der Einsatz hat gezeigt, wie vielfältig die Feuerwehren benötigt werden“, so Eilts. Aus seiner Sicht werden die Feuerwehren von Kreis, Land und Bund dafür zu wenig gefördert. Der Stadtbrandinspektor informierte, dass die Feuerwehr der Stadt Alsfeld insgesamt 22 mal zu Gebäudebränden mit Menschenleben in Gefahr alarmiert wurden. Bei solchen Alarm würden bis zu 100 Einsatzkräfte ausrücken. Die Tagesalarmstärke bezifferte Eilts auf 69 Einsatzkräfte, deren Arbeitgeber sollen für ihre Bereitschaft zur Freistellung demnächst in die neue Feuerwache eingeladen werden. Von einem offenen Ohr berichtete der Stadtbrandinspektor bei der Stadtverwaltung und den politischen Gremien für sachliche Investitionen. „Ein Atemschutzgeräteträger muss bei einem Brand mit Menschleben in Gefahr sofort ins Gebäude, dazu muss die nötige Ausrüstung und Wasser auf die Einsatzfahrzeuge“, so Eilts. Derzeit werde die Beschaffung von drei solcher Fahrzeuge in den Ortsteilen geplant. Eine besondere Würdigung sprach der Stadtbrandinspektor der Ausbildung in den Ortsteilen aus. So seien im Vorjahr 30 bis 40 Übungsdienst mehr geleistet worden. Er sprach von einem einheitlichen Niveau bei den Feuerwehrleuten in Alsfeld und seinen Ortsteilen, dies ermögliche eine gute Zusammenarbeit. „Wir sind eine Feuerwehr“, so Eilts. Der zweite Vorsitzende des Hattendörfer Feuerwehrvereins Maik Wagner hob in seinem Grußwort eine Kampagne zur Mitgliedergewinnung hervor, bei der ein aktiver Feuerwehrmann für die Einsatzabteilung der beiden Ortsteile geworben werden konnte.