Hattendörfer Feuerwehrverein resümierte 2015

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Hattendorf (pw). Um Jahresberichte und Grußworte drehte sich am Samstagabend die Jahreshauptversammlung des Hattendörfer Feuerwehrvereins im Dorfgemeinschaftshaus. Der Verein unterstützt neben dem Elbenröder Feuerwehrverein die Einsatzabteilung Elbenrod/Hattendorf der Feuerwehr der Stadt Alsfeld. Wie der Vorsitzende Harald Becker in seinem Jahresbericht informierte, konnten im vergangenen Jahr drei neue Mitglieder begrüßt werden.

Wehrführer Maik Wagner berichtete von einem Alarm für die Einsatzabteilung, dabei handelte es sich um eine brennende Gasflasche in Elbenrod. Der Wehrführer informierte über die umfangreiche Ausbildung und das große Engagement der 28-köpfigen Einsatzabteilung. Insgesamt leisteten die Brandschützer 819 ehrenamtliche Stunden, diese gliederten sich in 9 Einsatzstunden, 434,5 Übungsstunden, 87 Stunden für Gerätewartung und 239,5 sonstige Stunden. So wurden 20 Übungsdienste, acht Sonderdienste und zwei Arbeitseinsätze durchgeführt. Die Atemschutzgeräteträger wurden in extra Übungen trainiert, eine Sonderausbildung fand zur Unfallrettung statt. Bei vier Lehrgängen auf Kreisebene bildeten sich Feuerwehrleute fort, ein Feuerwehrmann nahm an der Hessischen Landesfeuerwehrschule an einem Lehrgang zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen teil. Im Jahr 2016 sollen zwei Feuerwehrleute an einem Lehrgang für den Einsatz in Chemikalienschutzanzügen teilnehmen. Für ihre Leistungen wurden im Rahmen der Versammlung zwei Feuerwehrleute befördert, so erhielt Arndt Kalbfleisch den Dienstgrad des Feuerwehrmanns und Christian Stumpf den Dienstgrad des Oberfeuerwehrmanns.

Jugendfeuerwehrwart Ralf Wagner teilte mit, dass sich der Feuerwehrnachwuchs derzeit in einen Jungen und ein Mädchen gliedert. „Es werden dringend Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren sowie ein Stellvertreter für meine Person gesucht“, so Wagner. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Jugendfeuerwehr keinerlei Aktivitäten. Kassenverwalter Volker Ochs informierte, dass der Feuerwehrverein über 500 Euro für die Unterhaltung des Gerätehauses mit Fahrzeugen aufbrachte. Bei einer Wahl wurde Herbert Ochs zum Kassenprüfer gewählt.

Erster Stadtrat Jürgen-Udo Pfeiffer dankte in einem Grußwort für die geleistete Arbeit und das ehrenamtlichen Engagement der Feuerwehrleute. Er lobte das Ausbildungsbestreben der Brandschützer, dass man mit dem Einsatzaufkommen nicht vergleichen könne. „Es ist gut, dass es Feuerwehrleute vor Ort gibt“, so Pfeiffer. Er betonte, dass man in Alsfeld mit der Feuerwehr gut aufgestellt sei. Im Hinblick auf die neue Alsfelder Feuerwache hob der Stadtrat hervor, dass diese auch ein „Arbeitsplatz“ für die Feuerwehrleute in den Ortsteilen sei.

Ortsvorsteher Norbert Hahn kritisierte in einer Ansprache, dass freiwillige Feuerwehrleute in der heutigen Berufswelt benachteiligt würden. „Aktive Feuerwehrleute bekommen im Beruf einige Steine in den Weg gelegt, mancher verschweigt sein ehrenamtliches Engagement schon“, so der Ortsvorsteher.

Stadtbrandinspektor Michael Eilts hob in seiner Rede die Bedeutung der Kameradschaft für den aktiven Feuerwehrdienst hervor. Als eine „erbärmliche Zahl“ bezeichnete der Stadtbrandinspektor die derzeitige Stärke der Jugendfeuerwehr. „Hier muss die Feuerwehr, aber auch die Dorfgemeinschaft aktiv für die Jugendfeuerwehr werben“, so Eilts. Er betonte den Stellenwert des Nachwuchses, der gebraucht werde. Im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Freiwilligen Feuerwehr forderte der Stadtbrandinspektor ein Eingreifen der Politik. „Wenn ein Feuerwehrmann zum Einsatz fährt, hat der Arbeitgeber ganz klar eine Problemstellung“, so Eilts. Aus seiner Sicht müsste es Arbeitgebern finanziell attraktiver gemacht werden, wenn sie Feuerwehrleute einstellen.

Für die Brandschützer aus Elbenrod und Hattendorf kündigte der Stadtbrandinspektor in Zukunft einen neuen, gemeinsamen Mannschaftstransportwagen an. Auf Stadtebene sprach er von einer Ausbildungsoffensive für die Feuerwehrleute in den Ortsteilen. So seien im Vorjahr in den Ortsteilen insgesamt vierzig Ausbildungsdienste mehr geleistet worden, auch habe man die Feuerwehrleute der Ortsteile in der Handhabung der Geräte an der Alsfelder Feuerwache ausgebildet.

Kritik äußerte der Stadtbrandinspektor an der Förderung des Kreises, des Landes und des Bundes für die Feuerwehren. „Es wird immer weniger finanziert, aber immer mehr gefordert“, so Eilts. Der Flüchtlings-Einsatz der Feuerwehren im Vogelsbergkreis habe dies gezeigt, hier seien alleine 75 Alsfelder Feuerwehrleute eingebunden gewesen. Den Ausrüstungszustand der Feuerwehr Alsfeld bezeichnete Eilts als gut, in diesem Jahr soll die seit drei Jahren laufende Beschaffung von neuer Einsatzkleidung für die über 300 Feuerwehrleute im Stadtgebiet abgeschlossen werden. Der Einzug in die neue Feuerwache sei für den November diesen Jahres vorgesehen, im kommenden Jahr soll es einen großen Tag der offenen Tür geben.

Neben dem Eudorfer Feuerwehrvorsitzenden Tobias Merle, sprach auch der Elbenröder Feuerwehrvorsitzende Martin Lang ein Grußwort. Lang regte eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Feuerwehrvereine Hattendorf und Elbenrod an, er schlug eine gemeinsame Jahreshauptversammlung vor.