Gregor Geibel neuer Wehrführer in Billertshausen

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Billertshausen (pw). Um nichts weniger als die Zukunft drehte sich die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Alsfelder Ortsteil Billertshausen. So gab es eine durchaus brisante Neuwahl der Wehrführung und des Vorsitzes, nachdem der bisherige Feuerwehrchef Thomas Diemer bereits im Vorjahr seine Ämter quittiert hatte. Erst nach einer Unterbrechung der Versammlung und einem Mehraugengespräch zwischen Bürgermeister, Stadtbrandinspektor und Feuerwehrfunktionären wurde mit Gregor Geibel eine neue Personalie für die Ämter präsentiert und einstimmig gewählt. Der gebürtige Baden-Württemberger lebt mit seiner Familie seit zehn Jahren in dem 250-Seelen-Ort und ist seither in der Feuerwehr engagiert. Da es sich um eine Ergänzungswahl handelte, begleitet Gregor Geibel das Amt vorerst für ein Jahr.

„Alle wollen den Erhalt der Feuerwehr im Ort, aber keiner engagiert sich“, so der neu gewählte Wehrführer. Er stimmte durchaus kritische Töne für seine Kameraden an: „Wir haben in der vergangenen Zeit keine großen Schulungen oder Ausbildungen gemacht und wenn, dann war die Unterrichtsbeteiligung bei gerade einmal fünf Leuten“. Er rief zu Veränderungen auf und präsentierte seine Ziele. Seine Schwerpunkte steckte er in die Ausbildung, die Nachwuchsförderung, die Öffentlichkeitsarbeit und die Kameradschaft. So sollen die Unterrichte der Wehr mit Handzetteln und aktiven Wiederholungen aufgewertet werden oder es soll mit benachbarten Einsatzabteilungen kooperiert werden. Die Bevölkerung von Billertshausen will der neue Wehrführer mehr in seine Arbeit miteinbeziehen. So könnte er sich als erste Schritte beispielsweise eine Aufklärung über Rauchwarnmelder in den Wohnhäuser vorstellen oder zur Grillzeit eine Infoveranstaltung zu den Gefahren von Grillanzündern. „Eine Feuerwehr gehört in jeden Ort“, war seine deutliche Botschaft. Er hob jedoch hervor, dass man dieses Ziel in Billertshausen nur gemeinsam erreichen könne. „Ich bin kein Einzelkämpfer“, so Geibel.

Der Vizewehrführer Holger Haberkorn resümierte auf der Versammlung das vergangene Jahr der Billertshäuser Feuerwehrleute. Der Feuerwehrverein verfügt über 56 Mitglieder, die Einsatzabteilung über 13 Kräfte. Es wurden sieben routinemäßige Ausbildungsdienste und zwei Sonderausbildungen durchgeführt. Ein Alarm wurde verzeichnet, dabei handelte es sich um einen Verkehrsunfall. Insgesamt wurden 152 ehrenamtliche Stunden geleistet, die sich in 130 Stunden für Ausbildung, 6 Einsatzstunden und 16 Stunden für Gerätewartungen gliederten. Bei einem Grillfest pflegten die Brandschützer ihre Kameradschaft. Dem Kassenbericht von Rechner Ulrich Planz war zu entnehmen, dass der Feuerwehrverein die Einsatzabteilung mit 80 Euro unterstützte. Zu den Investitionen in das Gerätehaus zählte ein Schlüsselkasten mit Zahlenschloss, um im Alarmfall den Zugang zu erleichtern.

Bürgermeister Stephan Paule zeigte sich über den Ausgang der Versammlung erleichtert. „Ich habe mich schon gefragt, ob das gut geht“, so Paule. Er hofft nun, dass die Frage der langfristigen Ausbildung und Einsatzbereitschaft in Billertshausen gesichert sei. „Wir sind in Alsfeld eigentlich von Grund auf im Bereich der Feuerwehr gut aufgestellt“, so Paule in seinem Grußwort. Aus seiner Sicht könne man mit dem nötigen Engagement moderne Hilfe leisten. Er erwähnte dazu, dass der Ortsteil Liederbach vor ähnliche Herausforderungen gestellt wurde. Zur Diskussion um Schließungen von Einsatzabteilungen sagte der Bürgermeister: „Es wird keine Feuerwehr geschlossen, wo Ausbildung und Personal vorhanden ist“. Er appellierte an die Versammelten, den neuen Wehrführer zu unterstützen.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Lothar Klein zeigte sich in einer Ansprache ebenfalls erleichtert. „Ich hoffe, dass wir einen neuen Aufbruch hinbekommen“, so Klein. Er wünschte sich besonders junge Leute in der Einsatzabteilung, damit die Wehr im Ort erhalten bleibe. Er sprach zum Ausgang des Abends von einem Stück Zukunft für das Dorf. Die Idee des neuen Wehrführers zu Brandschutzaufklärungen begrüßte der Ortsvorsteher: „So könnte das Bild der Feuerwehr im Ort aufgewertet werden“.

Stadtbrandinspektor Michael Eilts sicherte dem neuen Wehrführer in seinem Grußwort Unterstützung zu, gleichzeitig zeigte er sich jedoch zum Ausgang des Abends überrascht. Er berichtete von einem Krisengespräch im Vorjahr, nachdem keine Erfolge zu verzeichnen waren. Er hoffe nun, dass auf die guten Worte auch Taten folgen. Er könne Hilfen bieten, wenn aktiv auf ihn zugegangen werde. Die technischen Voraussetzungen der Wehr mit Einsatzfahrzeug und Gerätehaus bezeichnete er als gut. „Wir schauen, was bis zur Wahl im nächsten Jahr erreicht werden kann“, so der Stadtbrandinspektor. Mit Bestürzung blickte Eilts in seinem Grußwort auf die Brandkatastrophe in Eifa zurück: „Wir haben verloren, auch wenn alle Einsatzkräfte einen Top-Job gemacht haben“. Er schilderte die Umstände der Tragödie, bei der zwei Menschen ihr Leben verloren. Er berichtete von Feuerwehrleuten, die auf offener Straße um ein Menschenleben kämpften und von Feuerwehrleuten die mit einer gewaltigen Rauchdurchzündung konfrontiert wurden. „Man hat den Einsatzkräften angesehen, was in dieser Nacht passiert ist“, so Eilts.

Angenrods Wehrführer Sebastian Bambey forderte in einer Ansprach die Billertshäuser Feuerwehrleute auf, ihrer Wehrführung den Rücken zu stärken. Er wünschte Gregor Geibel einen gute Anfang und bekundete das Interesse zu gemeinsamen Ausbildungen. „Es braucht Mut, solch ein Amt anzunehmen“, so Leusels Wehrführer Manuel Heiser in seinem Grußwort. Er sicherte die Unterstützung der benachbarten Ortsteile für Billertshausen zu und lud direkt zu einem Ausbildungstag am 23. April nach Leusel ein. Stadtjugendfeuerwehrwart Ralf Wagner resümierte in einem Grußwort die Aktivitäten des Feuerwehrnachwuchses in Alsfeld. Er bot den Billertshäuser Brandschützern seine Unterstützung für die Jugendfeuerwehrarbeit an.