Weiterentwicklung zur Hauptstützpunkt- und Autobahnfeuerwehr von 1954 bis 1978
 

1In de2r Zeit vom 30. 7. bis 2. 8. 1954 feierte man nach über einjähriger Vorbereitung das 100-jährige Bestehen, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrverbandstag des Kreises Alsfeld. Einer der Höhepunkte war die Großübung unter dem Motto „100 Jahre Brandbekämpfung in den Zeitabschnitten 1854-1904-1954". Es beteiligten sich 86 Feuerwehren mit über 2200 Mann. Aus geschaffenen Rücklagen und eingegangenen Spenden finanzierte man Ende 1954 den Anbau einer Vorbaupumpe an das LF 8 und den Kauf eines TSA 8 für die von der Stadt beim Fest übergebene Tragkraftspritze.

 Das alte LF 10/26 mit seiner Vollgummibereifung entsprach nach 31 Jahren nicht mehr den technischen Erfordernissen. In 1957 wurde daher die Beschaffung eines LF 8-TS eingeleitet. Es wurde das Fabrikat Opel- Blitz mit Magirus-Aufbau gewählt. Zur Finanzierung der Gesamtkosten von 21.600.- DM führte man eine Sammlung durch, die 6.100.- DM erbrachte. Am 26.7.1957 erfolgte die Fahrzeugübergabe durch Bürgermeister Kratz mit nachfolgender Indienststellung. Das alte verdiente LF 10 trat, mit Girlanden geschmückt, seine letzte Fahrt an und endete auf einem Kinderspielplatz, denn ein Deutsches Feuerwehr-Museum gab es damals leider noch nicht. Das neue LF 8-TS wurde auf Wunsch der Mannschaft durch die Gattin des damaligen Hauptbrandmeisters Thöt auf den Namen „Susi" getauft. Zum 125-jährigem Jubiläum in 1979 stand nach 22 Jahren der Ersatz dieses Fahrzeuges an und die Stadt Alsfeld hat ein neues Magirus-LF 8-TS angekauft.

 Am 18. 5. 1958 nahm unser Spielmanns- und Fanfarenzug erstmals an einem Landeswertungsspielen in Großen- Linden teil. Damals noch in reiner Spielmannzugbesetzung kam man auf einen 3. Platz.

 Am 6. 4. 1959 musste unsere Wehr erstmals bei einem Tankzugunfall auf der BAB tätig werden. Man stand dabei vor einer neuen Aufgabe, technische Hilfe zu leisten und Ölschäden zu bekämpfen. Im genannten Jahr war es sehr heiß und trocken und es kam hierdurch bedingt zu vielen kleineren Wald- und Flächenbränden. Ferner zu mehreren schweren Lastzugbränden. Im oberen Teil der Stadt erfuhr die unabhängige Löschwasserversorgung eine entscheidende Verbesserung. Der alte Hochbehälter in der Karl-Weitz-Straße wurde zu einem Löschwasserbehälter (300cbm) eingerichtet.Der theoretischen Unterrichtung kam im steigenden Maße Beachtung zu. Leider fehlte ein geeigneter Unterrichtsraum und man behalf sich mit dem Saal des Schützenhofes und später mit dem Haus der Jugend. Es wurden auch Sonderausbildungen für Maschinisten und Atemschutzgeräteträger erfolgreich eingeführt. Bei der Altersabteilung übernahm Ehren-Hauptbrandmeister Franz Hartmann die Leitung und es kam fortan zu regelmäßigen Zusammenkünften dieser Abteilung. Ende des Jahres 1959 erörterte der Vorstand die Beschaffung eines 5. Kraftfahrzeuges in Form eines VW-Kombi als Kommandowagen. Nach Rücksprache mit dem damaligen Bürgermeister Kratz wurde ein gebrauchtes Fahrzeug angekauft und mit 1.900.- DM bis zur Verabschiedung des nächstjährigen städt. Haushaltsplanes vorfinanziert. Das technische Arbeitskommando überholte das Fahrzeug und richtete es entsprechend seiner zukünftigen Zweckbestimmung her.

 Am 7. 5. 1960 erfolgte seine Indienststellung. An diesem Tag trat auch eine Änderung in der Führungsspitze ein. Oberbrandmeister Wilhelm Stein trat aus Alters- und Gesundheitsgründen als stellvertretender Ortsbrandmeister und stellvertretender Vorsitzender zurück. An seine Stelle wurde Brandmeister Helmut Knierim gewählt.                                    Am 17. 11. 1960 zog das Technische Überwachungsamt den Mannschaftskraftwagen aufgrund seines technischen Zustandes aus dem Verkehr. Zunächst wurde festgelegt, dass bei Brandeinsätzen der städtische Unimog die ALS 17 zur Brandstelle ziehen sollte. Bereits am 6. 12. 1960 sprach man bei Bürgermeister Kratz wegen einer Ersatzbeschaffung vor. Nachdem zunächst beabsichtigt war, ein weiteres LF 8 anzuschaffen, wurde nach dem Besuch der Feuerwehrgeräteausstellung „Der rote Hahn" in Köln umgedacht und die Anschaffung einer DL 18 in Vorschlag gebracht.

 3Die Auftragserteilung erfolgte am 14. 10. 1961 zu einem Endpreis von 29.000.- DM an die Firma Carl Metz in Karlsruhe. Am 15. 11. 1961 wurde in einer Vorstandssitzung über die Anschaffung einer Standarte beraten und deren Kauf beschlossen. Zur Erleichterung der Finanzierung führte man eine Sammlung unter den Mitgliedern durch. Vor der Jahreshauptversammlung am 5. 5. 1962 wurde die Standarte auf dem Markplatz enthüllt und übergeben. Am gleichen Tag wurde ein Geräteanhänger 8 in Dienst gestellt, den man aus einem TSA 8 (Bj. 1942) gefertigt und ausgerüstet hatte. Es war sehr frühzeitig erkannt worden, dass in der Zukunft eine Fülle von technischen Hilfeleistungen auf die Feuerwehr zukam. Im November 1961 wurden zum Zweck des zivilen Bevölkerungsschutzes 14 Luftschutzsirenen an verschiedenen Stellen der Stadt montiert und an das Warnnetz angeschlossen. Vier beziehungsweise später fünf dieser Sirenen erhielten über eine Sirenensteuerzentrale ihre Zweckbestimmung als Feuersirenen. Die laute Alarmierung war damit verbessert. Mit der Einstellung der neuen DL 18 am 29. 9. 1962 in das Feuerwehrgerätehaus am Lieden war in der Fahrzeughalle eine weitere Einengung eingetreten.

 Im November 1962 beging die WF Rockel ihr 25-jähriges Bestehen und ein Jahr später wurde sie mit einem LF 8 ausgerüstet. Die Werkfeuerwehr Stuhlfabrik erfuhr ihre Gründung am 5. 4. 1963 und wurde mit einem TSF ausgestattet. Die Zusammenarbeit mit den Werkfeuerwehren war in all den Jahren bei den Hauptübungen und einigen Großeinsätzen hervorragend. Am 22. 2. 1962 wurde erstmals die Feuerwehr zur Bergung des Fahrers von einem verunfallten Lastzug auf die BAB gerufen. Da man keine geeignete Ausrüstung hierfür zur Verfügung hatte, dauerte die Bergung über 1 Stunde.

 Im September 1963 wurde der Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus zufriedenstellend geklärt. Man wählte als neu ins Gespräch gekommener Bauplatz das Gelände der ehemaligen Kläranlage. Diese damals von der Stadt und der Feuerwehr getroffene mutige und weitsichtige Entscheidung sollte sich Jahre später auszahlen. Der spätere Bau des Katastrophenschutz-Zentrums wäre an keinem der anderen Plätze möglich gewesen. Nachdem die Bauplatzfrage geklärt war, erfolgte die Aufnahme des Neubauobjektes in den städtischen Investitionsplan für das Jahr 1966, und es wurden finanzielle Rücklagen gebildet.
Am 8. 10. 1963 wurden insgesamt 11 Kameraden mit dem neu gestifteten Hess. Brandschutzehrenzeichen für 40-beziehungsweise 25-jährige pflichttreue aktive Dienstzeit ausgezeichnet. Von Seiten des Landes Hessen war inzwischen die Schaffung von Stützpunkfeuerwehren geplant worden.

 Am 6. 3. 1964 kam deshalb der damalige Landesbranddirektor Möbius und Herr Gietz vom HMdI nach Alsfeld. Man war erfreut, dass in der Stadt Alsfeld der Neubau eines auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnittenen Feuerwehrhauses in baldiger Aussicht stand. Es lag bereits eine erste Planung hierzu vor, die von der Feuerwehr erbracht worden war. Dies erweckte die Bereitschaft des Landes, unter gewissen Bedingungen in Alsfeld die erste in einem Neubau untergebrachte Hauptstützpunktfeuerwehr zu errichten. Dieser sollte dann auch die Erfüllung überörtlicher Aufgaben zusätzlich zufallen.

 

4Vor der Jahreshauptversammlung am 24. 4. 1964 übergab unser Ehrenmitglied Fabrikant Hans Jakob Bücking der Wehr einen von ihm gestifteten Pulverlöschanhänger (PLA 250). In der anschließenden Versammlung trat der mit der Feuerwehr so sehr verbundene Hauptbrandmeister Thöt von seinen so lange innegehabten Ämtern infolge Alters (71), zurück. Aufgrund seiner hervorragenden Verdienste um den Brandschutz der Stadt Alsfeld und um unsere Feuerwehr wurde er zum Ehren-Ortsbrandmeister und zum Ehren-Hauptbrandmeister und Ehren- Vorsitzenden ernannt. Bei der anstehenden Neuwahl wurde als Nachfolger Oberbrandmeister Helmut Knierim mit nachfolgender Beförderung zum Hauptbrandmeister und zu dessen Stellvertreter Oberbrandmeister Heinrich Post gewählt. In der unmittelbar darauf folgenden Zeit ergab sich ein sprunghafter Anstieg der Einsätze. Dabei kam es auch zu größeren Bränden im Stadtbereich. Bei der Feuerwehr wurde ein Bauausschuss gebildet, der verschiedene Besichtigungsfahrten unternahm und die begonnene Planung des Feuerwehrhauses zielstrebig weiterführte.
Von Seiten der Stadt wurde mit Land und Kreis wegen der Finanzierung verhandelt. Die Gesamtbaukosten wurden auf 1 Million später 1,5 Millionen DM beziffert.

 Im Verlauf des Jahres 1965 wurde man mit den ersten größeren Ölalarmen konfrontiert. Auch auf diesem Gebiet musste man Erfahrungen sammeln und aber auch die Feststellung treffen, dass das für die Schadenbekämpfung erforderliche Gerät fehlte. Nachdem bereits ein Jahr zuvor der briefliche Kontakt mit der Feuerwehr der Schwesternstadt Nakskov/Dänemark geknüpft worden war, kam es in der Zeit vom 15. 7. bis 19. 7. 1965 zu einem Besuch von 5 Angehörigen des „Nakskov Brandvaesens" unter Brandinspektor Leif Kadsted. Die eingegangene Freundschaft wurde in den nachfolgenden Jahren durch gegenseitige Besuche vertieft, und es kam dabei auch noch zu einer Freundschaftsverbindung zwischen dem „Nakskov Skibswaerft Musikforening" unter formand Ole Larsen und unserem Musikzug.

 Am 2. 1. 1966 kam es zum zweiten Großbrand nach dem Kriege in der Altstadt und zwar im Gebiet Untergasse – Hersfelder Str. - Blaupfütze. Es mußte hart gerungen werden, um bei der vorhandenen alten und geschlossenen Bauweise eine Brandausdehnung zu verhindern und die Wohnhäuser zu erhalten. Mancher Bürger sah damals in diesem Brand den Beginn für das im Anlauf befindliche Vorhaben zur Sanierung der Altstadt. 6
An dieser Stelle darf anerkennend vermerkt werden, dass die bald 5danach einsetzenden Sanierungsmaßnahmen in der Altstadt eine große Bedeutung für den vorbeugenden Brandschutz hatten, da die Brandbelastung unserer Altstadt hierdurch weitgehend verringert wurde.
Das Versprechen des Landes Hessen, in Alsfeld zur Errichtung der Hauptstützpunktfeuerwehr Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung zu stellen, erfüllte sich sehr schnell. Am 19. 1. 1966 wurde ein Gerätewagen 2 übernommen. Diesem folgte am 13. 4.1966 ein zugehöriger Ölschadenanhänger und am 21. 2. 1967 ein Schlauchwagen 2000. Zur Unterstellung dieser Fahrzeuge musste die Festhalle dienen. Kurze Zeit nach Eintreffen dieser Fahrzeuge begann man mit der notwendig gewordenen Ausbildung im feuerwehrtechnischen Hilfsdienst. Eine weitere Zunahme der Ölalarme trat in Erscheinung. Nachdem unser Spielmannszug seine Instrumentenausstattung durch Lyra und Schlagzeug verbessert hatte und auch eine Mitgliederwerbung durchgeführt worden war, richtete er vom 2. - 3. 7. 1966 das 3. Landeswertungsspielen aus. Im gleichen Jahr war auch sein 15-jähriges Bestehen begangen worden. Am genannten Landeswertungsspielen beteiligte sich erstmals auch unser Musikzug und errang eine Goldmedaille. Damit begann eine Kette von musikalischen Erfolgen unserer Musikabteilung, die mit sehr viel Fleiß und 7Ausdauer erkämpft wurden. Nach Durchführung des Landeswertungsspielens strebte der Spielmannszug seine Vergrößerung und die Hinzunahme von Fanfaren an, von denen eine ganze Anzahl gestiftet worden war. Im Zuge dieser personellen Ergänzung kamen die ersten drei Mädchen in unsere Reihen.
Zur Beschaffung der erforderlichen Fanfarentücher führte man später eine Sammlung durch. Es wurden alle Alsfelder Familien angesprochen, die im Besitz eines Familienwappens sind und deren Namen immer wieder in den Mitgliederlisten der Wehr verzeichnet sind. Eine Seite der Fanfarentücher tragen die Wappen dieser Familien. Hinzu kam noch das Wappen der Schwesternstadt Nakskov und später noch das Wappen des Landkreises Alsfeld, um die Gebiets- und Verwaltungsreform zu überdauern. Die weitere Planung des Feuerwehrhauses hatte das Stadtbauamt inzwischen übernommen, und Ende März 1966 waren die Baupläne fertiggestellt.
Der Baubeginn erfolgte Ende Juli, und bis zum Jahresende stand bereits ein großer Teil des Bauwerkes im Rohbau. Während des gleichen Jahres waren auch Besprechungen über die Einrichtung einer Kreisschirrmeisterei und über die Beschaffung von zwei Löschfahrzeugen erfolgt. Im Nachtragshaushaltsplan 1966 der Stadt Alsfeld wurden Finanzmittel bereitgestellt, um ein Tanklöschfahrzeug 16 und ein Löschgruppenfahrzeug 16 beschaffen zu können. Die Anzahl der Einsätze hatte sich von 18 im Jahre 1965 auf 42 im Jahre 1966 gesteigert.

 8Das TLF 16 wurde am 9. 1. 1967 in Ulm übernommen. Wenige Tage später erhielt es seine Feuertaufe beim Brand eines mit Chemikalien beladenen Lastzuges auf der BAB. Das alte TLF 15 erhielt kostenfrei die Gemeinde Nieder-Ohmen, das alte LF 8 ging durch Verkauf an die Gemeinde Niedergrenzebach über. Das neue TLF 16 wurde anlässlich des Richtfestes des Feuerwehrhauses am 8. 1. 1967 der Wehr übergeben. Anfang Februar erfolgte die erste Bergung eines eingeklemmten PKW-Fahrers in der Rodenbergstraße. Es erwies sich, dass die Ausrüstung des neuen GW 2 hierzu nicht ausreichte. Von Seiten des Landes Hessen wurde daher noch eine Nachrüstung mit technischem Gerät vollzogen. Um die Jahresmitte stellte man die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger auf die neu erhaltenen Atemschutzgeräte um. Am 10. 6. 1967 gründete man bei einer Zusammenkunft im Haus der Jugend eine Jugendfeuerwehr. Es meldeten sich hierzu 11 Jugendliche. Zu diesem Zeitpunkt war der etappenweise Umzug vom altehrwürdigen Feuerwehrgerätehaus am Lieden in die neue Feuerwache abgeschlossen. Nur das TLF 16 verblieb noch dort bis zum Bezug des neuen Wohnhauses. Nach dem Bezug der Feuerwache nahm die Einsatzhäufigkeit erneut zu. Am Jahresende kam es zum Großbrand der Wäschefabrik Grünewald in der Bgm.-Haas-Straße. Dank der neuen Brandschutzausrüstung blieb die Umgebung vor Schaden bewahrt.

 Am 1. 2. 1968 wurde das inzwischen fertiggestellte Wohnhaus von den Kameraden Erwin Borchard und Günther Brose bezogen. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte durch den Magistrat die hauptamtliche Einstellung von Erwin Borchard. Die damals als Kreisschirrmeisterei bezeichnete Feuerwehrtechnische Werkstatt nahm ihre Arbeit auf, die sich im Laufe der Zeit für ein weites Umland segensreich auswirken sollte. Wenige Tage später, am 5. 2. 1968 wurde ein neuer Kommandokraftwagen 8 in Dienst gestellt. Der alte KKW 8 wurde außer Dienst gestellt. Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 23. 3. 1968 wurde bei der anstehenden Neuwahl Brm. Erwin Heiser zum stellv. Ortsbrandmeister und stellv. Vorsitzenden gewählt und zum Oberbrandmeister befördert. Der seitherige Stelleninhaber Obrm. Heinrich Post erhielt aufgrund seiner langjährigen Verdienste die Ernennung zum Ehren- Oberbrandmeister. Anfang Mai 1968 fand der erste Grundlehrgang auf Kreisebene in der Feuerwache Alsfeld statt. Damit war auch ihre zukünftige Aufgabe als Ausbildungszentrum begründet. Mitte des Jahres veranstaltete der Spielmanns- und Fanfarenzug erstmals den Musikwettstreit um den Deutschland-Pokal, verbunden mit einer prächtigen Musikschau, die großen Anklang fand.
In der Zeit vom 30. 8. - 1. 9. 1968 fand im Rahmen einer Tagung des Hess. Brandschutzaufsichtsdienstes und der Durchführung des Landesentscheides der Feuerwehrleistungswettkämpfe die würdige Einweihung unserer Feuerwache statt. Im gleichen Jahr kam es zur erstmaligen Beteiligung unserer Wehr am Feuerwehrleistungswettkampf. Ein Jahr später erfolgte im Kreise Alsfeld der erste Kreisentscheid. Der Spielmanns- und Fanfarenzug hatte sich für besondere Auftritte eine hellblaue Schauuniform zugelegt, die erstmals am Pfingstmarkt 1969 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dem genannten Zug gelang es ferner, als Ausbilder Kamerad Siegfried Hartmann aus Hüttenthal-Weidenau zu gewinnen, der den musikalischen Leistungsstand in der Folgezeit hervorragend anhob.

 Im Nov. 1969 schuf die Musikabteilung eine erste Schallplatte. Ehren-Hbrm. Hans Thöt stiftete einen Wanderpreis, der jährlich bei einem Wettkampf zwischen den einzelnen Gruppen der Einsatzabteilung ausgetragen wird. Die Einsatzstatistik des Jahres 1969 schloss mit 107 Einsätzen a Im März 1970 konnten in Alsfeld erste Gespräche mit Vertretern von Bund, Land und Kreis geführt werden, die darauf zielten, die bestehende Feuerwache zu einem Katastrophenschutz-Zentrum zu erweitern. Der am 1. 12. 1969 freiwillig vollzogene Anschluss der Gemeinde Altenburg an die Stadt Alsfeld brachte es mit sich, dass sich beide Freiwilligen Feuerwehren zusammenschlossen. Mit Finanzmitteln aus der Wehrkasse kaufte man einen gebrauchten TSA 8, der im Stadtteil Altenburg stationiert wurde. Die Ablösung dieses Anhängers erfolgte 1973 durch ein TSF. Die Anschaffung dieses Kraftfahrzeuges war durch eine Spende des Kamax Werkes ermöglicht worden. Am 12. 9. 1970 fand der 2. Hess. Feuerwehrtag in Bad Hersfeld statt, die Hauptstützpunktfeuerwehr Alsfeld erhielt dort von seiten des Landes Hessen ein Flutlichtfahrzeug. Nachfolgend bekam man am 18. 9. 1970 von der Brandversicherungskammer Darmstadt ein Heuwehrgerät. In der Mitte des Jahres 1970 waren die von der Stadt Alsfeld in Auftrag gegebenen Funkanlagen geliefert worden. Der damalige Bürgermeister Dr. J. Zwecker hatte sich für deren Beschaffung besonders eingesetzt. Es handelte sich um 4 Funkgeräte im 4m Band für die Feststation und 3 Fahrzeuge, ferner um 9 Meldeempfänger für die Alarmgruppe. Später kamen noch weitere Funkgeräte und ein Funktisch (1972) hinzu, die das Land Hessen zur Verfügung stellte. Das Jahr 1970 schloss mit 120 Feuerwehreinsätzen.

 10Anfang März 1971 war der Großbrand der Strumpffabrik Ergee in Neustadt. Zusammen mit einer großen Anzahl anderer Feuerwehren stand man viele Stunden im Einsatz, wobei eine mehrmalige Personalablösung erforderlich war. Am 18. 3. 1971 besichtigte der damalige Hess. Innenminister Bielefeld die Alsfelder Feuerwache. Es erfolgte die Bekanntgabe, dass man die Absicht habe, in Alsfeld das erste Katastrophenschutz-Zentrum im Lande Hessen zu errichten. Im Mai des gleichen Jahres beging der Spielmanns- und Fanfarenzug sein 20-jähriges Bestehen. Bis dahin war eine weitere Vervollständigung der Instrumentenausstattung und die Anschaffung einer eigenen Standarte durch Spenden möglich. Seit längerer Zeit war aufgrund des Einsatzgeschehens der Besitz eines Kranwagens angestrebt worden. Durch Vermittlung des HMdI konnte man am 27. 8. 1971 von der Berufsfeuerwehr Offenbach einen gebrauchten und gut erhaltenen KW 10 übernehmen. Damit hatte man das 10. Einsatzfahrzeug bei der Hauptstützpunktfeuerwehr in Dienst gestellt. Für das Einsatzpersonal schloss das Jahr 1971 mit 140 Einsätzen ab.

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Am 1. 1. 1972 trat die Gebiets- und Verwaltungsreform bei uns in Kraft. Dies wirkte sich auch sofort auf die Freiw. Feuerwehren aus. Es kamen zunächst 11 vorher selbständige Gemeinden und am 1. 8. 1972 4 weitere zur Stadt Alsfeld hinzu und damit auch ebenso viele Freiwillige12 Feuerwehren dieser Stadtteile. Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform trägt die Feuerwehr der Kernstadt die Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld-Mitte". Nach Inkrafttreten des neuen Hess. Brandschutzhilfeleistungsgesetzes (1. 1. 1971) wurde Hbrm. Helmut Knierim zum Stadtbrandinspektor ernannt. Infolge der Großgemeindebildung erhielt er zunächst den kommissarischen Auftrag zur Leitung der Feuerwehren, ebenso betraf es den stellv. Stadtbrandinspektor Erwin Heiser bis zur Wahldurchführung im Jahre 1978.
Zu den 5 übernommenen Jugendfeuerwehren kamen noch 5 weitere hinzu. Zahlreiche Gruppen der Freiwilligen Feuerwehren und der Jugendfeuerwehren beteiligten sich in den zurückliegenden Jahren am Feuerwehrleistungswettkampf und errangen stolze Erfolge. Unsere eigene Jugendfeuerwehr hatte seit ihrer Gründung einen guten Aufschwung erzielt. Nachdem ihr im Febr. 1972 eine Mädchengruppe angegliedert worden war, feierte man stolz das 5-jährige Bestehen. Am 23. 6. 1972 kam es zu einem Großeinsatz beim Brand der Dampfziegelei in Alsfeld. Das in reiner Holzbauweise umgebende Gebäude des Ringofens war nicht zu retten, doch alle benachbarten Gebäude blieben vor Schaden bewahrt.
Am 17. 11. 1972 übergab das Land Hessen der Hauptstützpunktfeuerwehr einen Gerätewagen-Öl, da die Ölschäden sehr zugenommen hatten. Den bisher verwendeten ÖSA erhielt die Freiw. Feuerwehr Grünberg. Die Einsätze zur Leistung von technischer Unfallhilfe vermehrten sich im Laufe der Zeit. Sehr oft mussten eingeklemmte Personen schwerverletzt oder tot aus verunfallten Fahrzeugen geborgen werden. Im Laufe der letzten 10 Jahre waren es 72 verletzte und 41 tote Unfallopfer. Im März 1971 stellte sich uns Brm. (A) Josef Schlüter als Feuerwehrarzt zur Verfügung. Unter seiner Leitung wurde eine Rettungsgruppe aufgestellt, ausgebildet und ist öfters zum Einsatz gekommen. Die Personenbergung erfuhr eine Erleichterung, nachdem uns 1974 das Land Hessen eine Rettungsschere zur Verfügung stellte. Einige Stunden nach der Übernahme war das Gerät bereits im Einsatz. Nachdem sich das Aufgabengebiet der Feuerwehr in wenigen Jahren durch die Hauptstützpunktfeuerwehr- und Großgemeindebildung wesentlich verändert und vergrößert hatte, war es erforderlich, den Personalstand der hauptberuflichen Kräfte anzuheben.

 Am 1. 1. 1973 wurde Helmut Knierim und am 1. 5. 1974 Günther Brose vom Magistrat der Stadt Alsfeld eingestellt. Bedingt durch verschiedene Brandfälle in der Altstadt waren inzwischen Überlegungen angestellt worden, die handbetätigte DL 18 durch eine vollhydraulische Drehleiter 30 mit stehendem Arbeits- und Rettungskorb zu ersetzen. Der Wunsch unserer Feuerwehr erhielt die volle Unterstützung von Bürgermeister Lipphardt, den städt. Gremien sowie auch von Kreis und Land. Nach Vorführung von 2 Herstellerfirmen entschloss man sich für die Metz-Drehleiter, zumal hier der Kauf einer Vorführleiter gegeben war. Mit 311.000.- DM war es das teuerste Fahrzeug, das bisher für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld angekauft worden war.

 13Bevor die in Auftrag gegebene DL 30 zur Auslieferung gelangte, brachte uns das Jahr 1973 noch weitere technische Fortschritte. Zur Erzielung hoher Ausstoßraten an Wasser oder Schwerschaum bei Großbränden wurde ein Kombiwerfer angekauft. Mit Unterstützung der Firma Ernst Hartmann KG, Alsfeld, bauten einige Kameraden hierfür einen zweckmäßigen Einachsanhänger. Der Indienststellungstag war der 18. 6. 1973. Zur Ausrüstung von Autobahnfeuerwehren beschaffte das Land Hessen Großtanklöschfahrzeuge. Daher war es möglich, am 31. 7. 1973 e14in GTLF 6 zu über-nehmen.

 

Im Februar 1974 wurde uns durch Erlass des HMdI ein Abschnitt der Bundesautobahn A 48 zugewiesen. Im März 1974veranstaltete unser Musikzug ein Konzert in der Stadthalle. Der Reinerlös kam zu dem Spendenbetrag, den die Bürgerschaft für die Anschaffung der DL 30 erbracht hatte. Am 4. 5. 1974 übergab der Erste Stadtrat, Herr Walther, in feierlichem Rahmen die neue Drehleiter an die Feuerwehr. Mit dieser Veranstaltung waren auch eine Fahrzeugschau und Konzerte auf dem Marktplatz verbunden gewesen.

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Am 12. 4. 1975 beging der Musikzug seine 25-jährige Wiedergründung mit einer Feierstunde in der Stadthalle, die mit Konzert und Tanz verbunden war. Im trockenen und heißen Sommer 1975 kam es in Niedersachsen, in der Lüneburger Heide, zur großen Waldbrandkatastrophe dieses Jahrhunderts. Feuerwehren aus allen Bundesländern eilten an die sich ausdehnende Flammenfront. Im Verband einer aufgestellten hess. Feuerwehrbereitschaft kam auch unser GTLF 6 in der Zeit vom 11. bis 17. 8. 1975 dort zum Einsatz. Im Raum Eschede waren infolge der laufenden Personalablösungen insgesamt 11 Kameraden unserer Wehr eingesetzt. Da uns im Fahrzeugbestand noch ein Einsatzleitwagen fehlte, erfolgte mit finanzieller Unterstützung aus der Wehrkasse der Ankauf eines gebrauchten Opel-Caravans. Nach Herrichtung, Ausbau und Bestückung desselben kam es am 9. 10. 1975 zur Indienststellung als ELW 1. Etwa 2 Jahre später erfuhr der KKW 8 eine gut gelungene Umgestaltung zum ELW 2.

 16I17n der Zeit vom 14. - 16. 5. 1976 beging der Spielmanns- und Fanfarenzug sein 25-jähriges Bestehen. Unter der Beteiligung von 76 Musikgruppen erfolgte zum 2. Mal die Ausrichtung des Wettstreites um den Deutschlandpokal. Eine große internationale Musikschau war wiederum damit verbunden. Gefördert durch die warme und trockene Witterung Anfang Juli 1976 brachen zahlreiche Waldbrände in der Umgebung aus. In den Gemarkungen Immichenhain und Lingelbach mussten stärkere Einsatzkräfte der Feuerwehren herangezogen werden um eine Brandausdehnung zu verhindern. Ende September 1976 beging man im Beisein zahlreicher Gäste das Richtfest der Neubauten des Katastrophenschutz-Zentrums. Das von vielen Wald- und Flächenbränden geprägte Jahr 1976 erforderte eine noch nie erreichte Zahl von 187 Feuerwehreinsätzen.

 Im nachfolgenden Jahr lag dagegen der Schwerpunkt in der Erbringung einer ganzen Reihe von Heuwehrgeräteeinsätzen. Einer Wettkampfgruppe unserer Jugendfeuerwehr gelang es am 4. 6. 1977 aus dem Bundesjugendfeuerwehrwettkampf als Kreissieger hervorzugehen. Kurze Zeit später beging die Jugendfeuerwehr in Verbindung mit dem Stadtjugendfeuerwehrtag ihr 10-jähriges Bestehen.

 18Au19ch das Jahr 1978 war von Erfolgen gekrönt. Aus dem Feuerwehrleistungswettkampf (LF) ging die Wettkampfgruppe unserer Freiwilligen Feuerwehr als 2. Kreissieger hervor. Bei der nachfolgenden Teilnahme am Bezirksentscheid in Grünberg kam man auf den 7. Platz.Der Spielmanns- und Fanfarenzug hatte sein schon länger angestrebtes Vorhaben wahr gemacht und Anfang Juli an der Weltmusikolympiade in Kerkrade/Holland teilgenommen. Der Zug wurde bei seiner Rückkehr unter großem Jubel der Bevölkerung auf dem Marktplatz empfangen.Nach über 21/2-jähriger Bauzeit konnte das Katastrophenschutz-Zentrum am 12. 7. 1978 eingeweiht werden. Im Brandschutzteil des Katastrophenschutz-Zentrums waren 8 Fahrzeugstände und weitere Nebenräume geschaffen worden. Ferner ein Jugendfeuerwehr-Gruppenraum und die Räume für die Aufnahme und den Betrieb einer Atemschutzübungsanlage. Letztere konnte nach ihrer Fertigstellung am 30. 11. 1978 übergeben werden. In der Feuerwache war inzwischen die zukünftige gemeinsame Leitstelle weiter ausgebaut und in Betrieb genommen worden.