Das Freiwillige Feuerwehr-Korps von 1876 bis 1894


1Durch den geschilderten Zusammenschluss traten einige Änderungen ein. Zum 1. Hauptmann wurde Adolf Freundlieb, zum 2. Hauptmann der seitherige Turnerfeuerwehr-Hauptmann Gg. Dietr. Hoos und zum Verwaltungsratsvorsitzenden Gg. Eberhard Wollrab gewählt. Letzterer war bis 1890 in diesem Amt verdienstvoll tätig. Auch in der Uniformierung nahm man Änderungen vor. Die weißen Jacken wurden durch braune Tuchröcke ersetzt. Die Vorgesetzten erhielten jetzt Dienstrangabzeichen in Form von Sternen auf den Schulterklappen. Die Mitglieder des Verwaltungsrates trugen hierauf einen roten Stoffstreifen. Für die Signalisten wurden Schwalbennester eingeführt. Das 170 Mann starke Korps gliederte sich in:

1.Steigermannschaft  mit Anstellleitern und Rettungsgerätschaften 
 2. Pumpenmannschaft mit Saug- und Druckspritze und der Turnerspritze,
 3. Wachmannschaft.


Letztere war mit einem weißen Band mit roter Einfassung am linken Oberarm gekennzeichnet. Die Statuten waren alsbald nach Neuformierung des Korps in gedruckter Form den Mitgliedern ausgehändigt worden. Das Fehlen bei Übungen wurde mit Geldstrafen geahndet. Die eingenommenen Strafgelder kamen einem Unterstützungsfond für im Dienst verunglückte Feuerwehrmänner zugute. Anfang des Jahres 1876 war bereits der Beitritt zum Deutschen Feuerwehrverband und zum Hessischen- bzw. Provinzialfeuerwehrverband vollzogen worden. Zum Zwecke der laufenden Information hielt man die Deutsche Feuerwehrzeitung.

 Am 15.1.1877 machte das Freiwillige Feuerwehr-Korps der Stadt Alsfeld den Vorschlag, einen Kreisfeuerwehrverband zu gründen Dies wurde aber erst viele Jahre später Realität. Anfang des Jahres 1876 wurde die noch bestehende Pflichtfeuerwehr auf Betreiben des Freiwilligen Feuerwehr- Korps wieder personell ergänzt. Die Obmänner der Pflichtfeuerwehr erhielten zur Kenntlichmachung Wachstuchmützen mit breiten weißen Stoffstreifen. Trotzdem das Korps 153 Mann stark war, benötigte man zur erfolgreichen Brandbekämpfung eine starke Löschmannschaft. Man denke an den Betrieb der handbetätigten Spritzen und an den Transport des Löschwassers. Hierzu war der Feuereimer noch sehr im Gebrauch. Ein Verzeichnis vom 16.9.1876 benennt ihre Verwahrungsorte und Anzahl. Insgesamt hatte man 155 Eimer zur Verfügung.

 2Am 18.3.1879 beschloss der Gemeinderat, eine neue Spritze für den auswärtigen Dienst anzuschaffen. Nach Einholung von Angeboten schloss man am 23. Mai wieder mit der Firma Carl Metz in Heidelberg den Kaufvertrag über 1800 Mark ab. Um die Kosten zu bestreiten, musste man die Herstellung von zwei Kanälen und die Umpflasterung der Obergasse auf das Jahr 1880 verschieben. Die Vorgängerin, die alte Landspritze von 1765, wurde am 6.7.1887 meistbietend an zwei Alsfelder Handwerker versteigert. Anlässlich des 25jährigen Stiftungsfestes des Freiwilligen Feuerwehr Korps, das man am 18. August 1879 unter zahlreicher Beteiligung der Behörden, der Lokalvereine und der meisten Wehren des Oberhessischen Provinzialfeuerwehrverbandes auf dem Ludwigsberg (Steinkaute) feierte, wurde die neue vierrädrige Saugspritze probiert. Im Oktober 1887 konnte man mit finanzieller Hilfe der Landesbrandkasse und freiwilliger Spenden neben einem neuen Rettungssack, Hakenleiter, einem Requisitenwagen, eine Schmahlsche fahrbare Schiebeleiter anschaffen. Die Leiter kostete 890 Mark. Für die Bedienung derselben bildete man einen neuen Steigerzug. Es wurde auch die Dienststellung eines Steigerhauptmannes geschaffen, der ab 1890 einen Messinghelm mit schwarzem Helmbusch trug. Ende 1892 wurden die Rettungsgerätschaften noch durch ein Sprungtuch ergänzt.