Symposium mit fast 100 Feuerwehrleuten

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ALSFELD (pw). Bei einem Symposium zur technischen Hilfeleistung bildeten sich am Samstag fast 100 Feuerwehrleute in Alsfeld fort.

Auf Initiative des Kreisfeuerwehrverbandes Vogelsbergkreis wurden mit der Unterstützung eines Herstellers für Feuerwehrkleidung (S-GARD) insgesamt sechs Referenten in die Feuerwache gewonnen. Nicht nur aus dem Vogelsbergkreis, sondern aus ganz Hessen und angrenzenden Bundesländern wie Thüringen oder Niedersachsen kamen die Teilnehmer.

So stellte unter anderem Frank Gerhards von der Feuerwehr Mönchengladbach standardisierte Einsatzregeln für die Hilfe bei Verkehrsunfällen vor. Anhand von verschiedenen Schemata zeigte er verschiedene Methoden zur Abwicklung eines solchen Einsatzes für die Feuerwehr. Unter anderem das AUTO-Merkschema für Verkehrsunfälle mit alternativen Antriebstechniken wurde vorgestellt. Anhand der vier Buchstaben sollen die Feuerwehrleute auf austretende Betriebsstoffe (A), den Unterboden (U), den Tankdeckel (T) und die Oberfläche des Fahrzeugs (O) zur Einschätzung von Gefahren achten.

Im Detail stellte Jürgen Lehner von der Werkfeuerwehr der AUDI AG die Techniken bei Fahrzeugen mit elektrischem oder hybridisiertem Antrieb vor. Zudem ging er auf die Verwendung von Brennstoffzellen ein. Wie er schätze, wird im Jahr 2030 ein breiter Mix an Fahrzeugantrieben auf Deutschlands Straßen vertreten sein. „Das stellte die Feuerwehren vor große Herausforderungen, das Vorgehen bei jedem Einsatz muss dann genau bedacht werden“, so Lehner. Er warnte jedoch vor unberechtigter Panik, so könne man ein Elektrofahrzeug auch ganz normal mit Wasser löschen. Problematisch sei es jedoch tatsächlich, wenn die Batterie eines solchen Fahrzeugs brenne. „Dann sind spezielle Löschmittel nötig“, so der Referent.  

Den wohl außergewöhnlichsten Vortrag hielt Sebastian Schreiner von der Feuerwehr Düsseldorf, er stellte den Umgang mit Reptilien vor. Rund 60 mal im Jahr rückt er mit seinen Kollegen in der Region um Düsseldorf zu Notfällen mit diesen Tieren aus, aber auch Spinnen, Skorpione und Frösche zählen zu seinem Einsatzgebiet. „Es kommt nur sehr selten vor, aber manchmal trifft man bei einem Wohnungsbrand oder einer Türöffnung auf Überraschungen“, so Schreiner. Er zeigte Fotos von Terrarien in Häusern sowie beispielhafte Einsatzszenarien. „Klapperschlangen kann man heutzutage schon für 15 Euro kaufen“, machte er dazu deutlich. Wie gefährlich eine Schlange ist, könne man auf Anhieb nicht sagen. „Es gibt rund 2.600 verschiedene Schlangenarten auf der Welt, da kann selbst ein Experte nicht alles Wissen“, so der Referent. Wie er schilderte, leiten er und seine Kollegen die Gefährlichkeit unter anderem über die Zähne der Tiere ab. Zu dem volkstümlichen Ratschlag, eine giftige Schlange erkenne man an den geschlitzten Augen, sprach er eine Warnung aus. Dieser Ratschlag treffe nur auf die beiden heimischen Schlangenarten wie der Kreuzotter zu, man könne sich also nicht darauf verlassen. Die nächste Reptilienauffangstation befindet sich laut seinen Angaben in Sontra, sie ist für Tiere aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen zuständig.

Jede Menge Tipps und Ratschläge vermittelte Carsten Stock von der Feuerwehr Essen zur Motivation von Feuerwehrleuten. Er ging besonders darauf ein, was eine gute Führungskraft ausmacht und wie man jeden Feuerwehrmann „mitnimmt“. Die gesetzlichen Grundlagen zur Ladungssicherung auf Feuerwehrfahrzeugen stellte Michael von Helden von der Feuerwehr Düsseldorf vor. Er ging speziell auf den Einsatz der richtigen Anschlagmittel ein. Dirk Stephan von der W.L. Gore GmbH stellte die Membranen von Feuerwehrbekleidungen vor und wie diese gepflegt werden. Er gab Hinweise, wie man die Schutzfunktion der Kleidung überprüfen kann.

Wie die Organisatoren des Symposiums Frank Gerhards, Manuel Balthasar und Björn Preuß von Brincken sagten, wollte man speziell für Führungskräfte die modernen Herausforderungen im Feuerwehrwesen verdeutlichen und mögliche Lösungsansätze bieten. In nächster Zeit sollen noch weitere Symposien stattfinden. 

 

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